Da wir zeitig aus St Lucia aufgebrochen sind, liegen wir schon am frühen Nachmittag in der Cumberland Bay. Die Bucht füllt sich im Verlauf des Nachmittags – viele Segler scheinen sie als Stopp zu nutzen auf dem Weg in den Norden nach St Lucia.
Unter anderem laufen zwei CATLANTE ein. Das sind extrem schwere, dicke Katamarane mit idR. um die 14 Passagieren, 1 Skipper und 1 Koch/Servicemitarbeiter(in). Erinnern mehr an eine Bohrplattform, denn an ein Segelschiff. Die Firma, für die diese Kats speziell gebaut werden, bietet All-Inklusive Kojencharter an für Menschen, die mal Urlaub auf einem Segelschiff machen und dabei auf eine Rundumversorgung nicht verzichten möchten.
Wir überlegen lange, ob wir die Hauptinsel St Vincent länger besuchen sollen, oder nur einen kurzen Stopp zum Einklarieren machen und dann weiter auf die Grenadinen. Wir haben viel gelesen über die Zahl der Diebstähle hier. Auch Raubüberfälle auf Yachties hat es in der Vergangenheit gegeben. In der Wallilabou-Bay, bekannt als Piratenhauptquartier im Film „Fluch der Karibik“, wurde 2016 gar ein deutscher Segler bei einem Überfall erschossen. „Gefährliches St Vincent“ weiterlesen
Es bewegt sich etwas. Ob es auch in die richtige Richtung geht, wird sich zeigen.
In Le Marin kommt pünktlich am Montag morgen Pochon, die Firma welche für Outremer die ganze Elektronik macht. Die haben dort eine Filiale – und auch einen neuen Windsensor.
Ich schildere hier unsere Erfahrungen als Deutscher mit einem Nicht-US-Schiff. Bei anderen Nationen mag der Ablauf ein Anderer sein – das weiss ich nicht.
Tipps zum Ein- und Ausklarieren in der Karibik gibts hier.
Dieses Thema verdient mal einen eigenen BLOG. Ist nämlich sehr unterschiedlich, wie ich das erlebt habe.
Meine Erfahrungen zu den USA & Puerto Rico finden sich hier.
Barbados, Martinique, Guadeloupe, Dominica, St Lucia,
St Vincent & the Grenadines, Grenada, Trinidad & Tobago,
Saint-Martin, DomRep
Update 9.12.2019:
Antigua, Montserrat, Nevis
Update 30.12.2019:
St Kitts, St Barth, Sint Marteen
Update 4.2.2020:
Barbuda, St. Eustatius
Update 14.3.2020:
Anguilla, British Virgin Islands, US Virgin Islands
Update 14.12.2021:
US Virgin Islands
Erleben tut sowas auch nur der Skipper.Denn solange nicht einklariert ist, bleibt die Q-Flagge gehisst und niemand anderer außer dem Skipper darf an Land. Interessiert in Frankreich, also in Martinique und Guadeloupe, keinen Menschen. Abgesehen davon klariert man sich dort ohnehin eigenhändig am Computer selbst ein. In Dominica hat esauch nicht so recht interessiert. Obwohl es in Rousseau einen eigenen Zoll-Anlegesteg fürs Dinghy gibt. Mit hohen Zäunen und Mauern hermetisch vom restlichen Fährterminal abgeriegelt, damit man den Q-Bereich klar vom Rest der Welt trennt. Ist aber dennoch kein Problem, hin- und her zu wechseln. Denn das dicke Vorhängeschloss vor dem 4m hohen und stacheldrahtbewehrtem Tor ist Makulatur. Bereitwillig zeigt einem jeder Mitarbeiter am Fährterminal, wie man das Vorhängeschloss aushebelt damit man ungehindert hin- und herlaufen kann. St Lucia war ebenfalls easy. In Antigua drohen hingegen satte Strafen und Geldbussen, wenn Crew das Schiff verlässt ohne dass einklariert ist. Angeblich führte schon Schwimmen am Ankerplatz unter Q-Flaggenstatus zu 5.000 USD Busse. Der Beitrag zu Antigua ist mit Abstand am längsten – denn die Erlebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein. St. Vincent & the Grenadines war wie Grenada recht einfach. Sehr lustig ist die overtime-Regelung in Trinidad & Tobago. Montserrat ging sehr zügig, Nevis war viel unkomplizierter als befürchtet. In Barbuda läuft es sehr persönlich, auf St. Eustatius wiehert der Amtschimmel. In den BVIs erlebte ich mehrfach pure Arroganz und wurde schikaniert.
Aber der Reihe nach. Oder der Insel nach. Ich ergänze diese Seite Schritt für Schritt um die Inseln, die wir selbst besucht haben. Daher ist die Reihenfolge nicht alphabetisch und nicht immer geographisch sauber geordnet, bitte um Nachsicht.
Von Dominica kämpfen wir uns bei geschätzten 25kn Wind aus SüdOst hart am Wind zurück nach Martinique. Ankern noch einmal in Case Pilot, bevor wir uns am nächsten Morgen die restlichen 6sm in die Bucht von Fort de France verholen.
Ankerplatz in Case Pilot (Martinique) mit INVIA. Endlich wieder ein Ankerplatz mit wenig Wind – ich kann die Drohne fliegen lassen!
Die capitania hat eine prima Zusammenfassung der letzten Tage veröffentlicht. Diesen Hinweis hier will ich für alle, die vielleicht unserer Route mal folgen, noch einschieben:
Ca. 1 nm nördlich des Taucher- und Schnorchelparadies Malendure / Pigeon Islands auf Guadeloupe fiel der Anker für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Pigeon Islands selbst ist Ankerverbot, das Gewässer rundum ist als „Jaques Cousteau Park“ gekennzeichnet und Naturschutzgebiet. Am „Festland“ von Guadeloupe gegenüber darf in einem ausgewiesenem Bereich geankert werden, aber dort ist mir das Feld zu voll. Am nächsten Morgen weiss ich auch, warum:
Stimmt so. Grammatikalisch. Die Rede ist nämlich nicht von einer kochenden See. Was man vermuten könnte, nachdem ich unten über die Hurricane-Zeit berichtet hatte. Auch wenn unser Windmesser inzwischen Werte von über 700 Knoten anzeigt, ist die See relativ ruhig. Die Rede ist von einem kochenden See: Einem natürlichem See, der durch geothermische Energie tatsächlich zum Kochen gebracht wird. „Kochender See“ weiterlesen
Wir gehen mal eben kurz nach Martinique zurück, um unseren Sohn aufzusammeln. Der hatte am Freitag noch seine letzte Prüfung für dieses Semester an der ETH Zürich hinter sich gebracht, und wird am Sonntag von uns am Flughafen Martinique in Empfang genommen.
Wir hatten gestern tatsächlich bis zu 278kn (500 km/h) Wind. Ab 64kn spricht man von Windstärke 12 und einem Orkan. Die höchste Kategorie eines Orkans ist die Stufe 5 (verwüstend), ab einer Windgeschwindigkeit von 136 kn. Die letzten Hurrikans dieser Kategorie gabs im Jahr 2017 mit Irma (bis zu 160kn) und Maria mit bis zu 150kn. 2016 erreichte Mattew mit 140kn diese Kategorie. Davor muss man bis ins Jahr 2007 zurück gehen: Felix erreichte damals mit 150kn diese Kategorie. „Hurricane-Zeit!“ weiterlesen